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Unser Sportler des Monats Mai
Triathlet Tim Lange im Interview mit FOCUS
Nach einer langen und schmerzhaften Knieverletzung im Winter beginnt für Tim Lange jetzt die Triathlonsaison 2010. Mit FOCUS sprach er über seine aktuelle Form, den Saisonauftakt in Buschhütten und die Chancen auf die Wiederholung des Bundesligasieges vom Vorjahr.
FOCUS: Hallo Tim, Du warst im Winter lange verletzt. Was war genau dein Problem und hast Du Dich jetzt wieder voll erholt?
Tim Lange: Nach der letzten Saison, die für mich ja sehr erfolgreich war, hatte ich mir für dieses Jahr viel ausgerechnet. Leider hatte ich dann fünf Monate lang Probleme mit meinem Knie. Das war sehr schmerzhaft und hat mich natürlich im Training weit zurückgeworfen.
FOCUS: Am letzten Wochenende bist Du beim sogenannten Frühjahrsklassiker in Buschhütten gestartet. Wie ist das Rennen für Dich gelaufen?
TL: Buschhütten ist für mich ein ganz besonderes Rennen. Zum einen weil ich für das Team EJOT, das in Buschhütten beheimatet ist, starte. Zum anderen weil sich hier Bundesliga-Athleten und Langdistanzspezialisten treffen. Windschattenfahren ist hier im Gegensatz zu den Ligawettkämpfen verboten. Daher kommen alle zusammen um ihre Form zu testen. Ich habe sowohl beim Schwimmen als auch beim Radfahren den Anschluss gehalten. Allerdings habe ich dann auf Grund der ungewohnten Haltung auf dem Aero-Lenker beim Laufen Krämpfe bekommen. Am Ende bin ich Zwölfter geworden – da kann ich nicht mit zufrieden sein.
FOCUS: Aber nach so einer langen Verletzungspause ist der zwölfte Platz doch ein gutes Ergebnis...
TL: Naja, Du kennst das vielleicht: Wenn man lange verletzt war, will man natürlich wieder vorne mit dabei sein. Das Gefühl ist noch nicht wieder das alte, aber meine Trainingskollegen sagen mir immer wieder, dass ich gute Leistungen bringe. Leider konnte ich die Trainingsleistungen noch nicht im Rennen umsetzen.
FOCUS: Wann stehen für Dich die nächsten Wettkämpfe an und welche Ziele hast Du Dir für 2010 gesetzt?
TL: Persönlich möchte ich eine Top-5-Platzierung in der Bundesliga-Gesamtwertung erreichen. Allerdings starte ich erst am 22. Mai in Witten in die Ligasaison. Ich hoffe, dass ich zum Ende des Jahres richtig weit vorne lande. Außerdem starte ich natürlich für mein Team. Da muss das Ziel die Wiederholung des Bundesliga-Gesamtsieges sein. Wir sind stark aufgestellt und können die anderen Favoriten, die natürlich auch Spitzenleute dabei haben schlagen.
FOCUS: Was wird deine Rolle dabei sein?
TL: Erst mal muss ich wieder in Topform kommen. Bis dahin werde ich versuchen meinen Teamkollegen so gut wie möglich zu helfen. Das ist etwas ganz besonderes. Bei den Teamrennen muss man mal den Einzelkämpfer, der in jedem Triathleten steckt verdrängen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen.
FOCUS: Und wie sieht das dann konkret aus?
TL: Beim Schwimmen und beim Radfahren kann ich Wasser- bzw. Windschatten bieten und so die Kräfte meiner Kollegen schonen. Genau wie die Radprofis das auch tun.
FOCUS: Und beim Laufen?
TL: Da funktioniert es etwas anders. Windschatten hilft bei den niedrigen Geschwindigkeiten wenig. Da kann ich aber weiterhelfen, wenn einer meiner Teamkollegen einen Tiefpunkt hat. Dann lege ich eine Hand auf den Rücken und schiebe ihn.
FOCUS: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Du bist 2008 von deinem Geburtsort Rostock nach Tübingen umgezogen. Was war der Grund dafür?
TL: Nach dem ich meinen Schulabschluss gemacht und in der Sportfördergruppe der Bundeswehr meinen Wehrdienst geleistet hatte, bin ich mehr aus privaten Gründen nach Tübingen gekommen - man kann auch sagen, dass ich wegen der Liebe umgezogen bin (lacht). Meine Freundin studiert in Tübingen Medizin und ist selbst Triathletin. Anders würde das wohl auch gar nicht funktionieren. Und in Bezug auf den Sport ist es mir egal ob ich in Rostock oder in Tübingen perfekte Trainingsbedingungen habe.
FOCUS: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir alles Gute und viel Erfolg für die kommenden Rennen.




